Evaulierung “autofreier” Josefstädter Sommer 2011 in der Lange Gasse

Die Agenda Josefstadt lud am 13. Dezember zur Evaluierung des Projekts “Josefstädter Sommer”. Im Josefstädter Sommer sperrten die Asphaltpiraten der ehrenamtlichen Agendagruppe “Öffentlicher Raum” jeden Samstag von 8. Juni bis 3. September 2011, von 11 bis 22 Uhr, die Lange Gasse zwischen Zeltgasse und Josefstädterstraße für den ruhenden und fahrenden KFZ- Verkehr. Damit wollten die Beteiligten die Sichtweise und Nutzung des öffentlichen Raums erweitern. Nachbarn und Kinder nutzten diese Gelegenheit zum Kennenlernen, gemeinsamen Grillen und Essen auf der Straße, Picknicken, zum Spielen, Roller fahren und Planschen.
siehe Filmbeitrag OKTO-TV: http://la21wien.at/la-21-filme/archiv/2011/josefstadter-sommer-2011


Agendaaktive, Anrainer/innen, Fachleute und Bezirkspolitik diskutierten über dieses Projekt.

Dr. Erika Furgler von "Echt Grün" hört zu.

Eine Anrainerin sprach sich für Zuliefermöglichkeiten aus

DI Pillhofer (MA 46) und Johannes Kellner (Agenda Wien)

Anrainer/innen aus der Lange Gasse wünschen sich nächstes Jahr wieder einen autofreien Sommer

BR J. Rameder (Grüne) und BR P. Steffl (ÖVP)

Was hat das Projekt bewirkt? Welche Auswirkungen sehen sie dadurch für die Lebensqualität in der Lange Gasse? Wo sehen sie Verbesserungspotential? Wie sah es mit der Partizipation von Anrainer/innen aus? Wie wird der Josefstädter Sommer 2012? Diese und weitere Fragen wurden mit den Anwesenden diskutiert.

Die Ergebnisse fließen in das Konzept für die geplante Fortsetzung der Aktion im Sommer 2012 ein.

20 Antworten zu Evaulierung “autofreier” Josefstädter Sommer 2011 in der Lange Gasse

  1. ein Autofahrer

    “Super Idee” , aber denkt daran, mit für die Tage an denen dann zahlreiche Autos ihre Parkplätze räumen müssen mit z.B. der Astoria Garage entsprechende Verträge abzuschließen damit dort auf die Kosten der Veranstalter dieses Wahnsinns geparkt werden kann.

    Warum glaubt Ihr immer, dass Euch irgendwer öffentlichen Raum wegnimmt?

    Wie der Name schon sagt “öffentlich”. Autos brauchen ein wenig mehr, Fußgänger ein bischen weniger Platz, da ist nun mal Fakt.
    Dafür zahlen Autofahrer auch entsprechende Steuern mit denen diese Infrastruktur ausgebaut wird.

    Nur deshalb kommen Autofahrer auch nicht auf die Idee an Samstagen die Gehsteige zu beparken und Straßen nur für “sich” zu sperren.

    Es ist wirklich eine Schande wenn Eltern glauben, dass Kinder glücklicher sind wenn Sie auf einer Straße vor der Haustüre spielen können…

    Steigt auf Eure Räder, fahrt mit der Bahn oder geht halt zu Fuß ins Grüne.
    Nützt die zahlreichen schönen Parks in der Umgebung. (auch dort kann man Feste anmelden und durchführen)

    Aber hört auf aus öffentlichem Raum privaten Raum zu machen!

  2. “Warum glaubt Ihr immer, dass Euch irgendwer öffentlichen Raum wegnimmt?”
    Ich glaube es nicht, ich weiß es!
    41% der Wiener Haushalte haben kein Auto, viele Haushalte haben mehr als 1 Auto.
    Aber ich bin sicher dass für die Autos in Wien mehr Platz ist als für Fußgänger! Sowohl für fahrende als auch für parkende.

    “Autos brauchen ein wenig mehr, Fußgänger ein bischen weniger Platz, da ist nun mal Fakt.”
    Und nur weil sie mehr Platz brauchen, muss man der Mehrheit Platz wegnehmen?

    Erik

  3. ein Autofahrer

    Erik,

    jeder Autobesitzer ist auch Fußgänger –
    und ich kenne keinen Autofahrer der sich z.B. über Gehsteigverbreiterungen
    aufregt damit mehr Platz für Fußgänger geschaffen wird.

    Ehrlich gesagt kenne ich auch wenige Fußgänger die sich so extrem positionieren wie die hier aktive Agenda.

    Wir leben in einer Stadt und viele sind auf ein Auto angewiesen.
    Ein Auto braucht mehr Platz, aber für diesen Platz zahlen Autobesitzer auch!
    Parkpickerl, Kurzparkzonen, KFZ-Steuern. Und zusätzlich zahlen wir die selben Steuern wie autolose Mitbürger.

    Du verwendest schon wieder den Spruch, dass Autofahrer irgendwem Platz wegnehmen. Ich kann das nicht verstehen, denn wie oben angeführt, zahlen wir dafür dass wir diesen Platz nutzen können und durch solche Aktionen wie in der Langegasse werden z.B. Parkpickerln ad absurdum geführt.

    Autos sind nicht von heute auf morgen vom Himmel gefallen und offensichtlich gibt es einen Bedarf ein KFZ zu besitzen.
    (im 8. Bezirk gibt es z.B. die höchste Rate an SUVs – das ist tatsächlich absurd, denn nur die wenigsten brauchen solche Autos.)

    Warum leben Leute in der Stadt die Autos als Bedrohung sehen und meinen IHR !!! öffentlicher Platz würde weggenommen werden (das allein ist ja schon ein Widerspruch denn öffentlich bedeutet er gehört allen und keiner darf alleinigen Anspruch darauf erheben)
    vermutlich weil sie auf die Stadt angewiesen sind – Job, Ausbildung, usw.

    Was hindert einen daran ins Grüne zu ziehen?

    Und genau wie jene Mitbürger die Gründe haben nicht in Grüne zu ziehen
    haben andere Mitbürger Gründe ein Auto zu besitzen.

    Du schreibst:

    “Und nur weil sie mehr Platz brauchen, muss man der Mehrheit Platz wegnehmen?”

    Eine sehr unsoziale und unüberlegte Aussage!

  4. Lieber Autofahrer!

    Die intelligente Verkehrslösung für die Stadt ist das Fahrrad, der Fußmarsch und der öffentliche Nahverkehr. Am Land haben Autos ihre Bedeutung, in der Stadt eher weniger (natürlich mit Ausnahmen wie Gewerbetreibende, Leute mit Mobilitätseinschränkungen etc.)

    Autos stehen am Tag im Durchschnitt 23 Stunden im Weg herum, 1 Stunde werden sie bewegt. Das sind keine Fahrzeuge, sondern Stehzeuge.

    Und ja, sie nehmen mir Platz weg, vor allem als Fußgänger. An allen Ecken und Enden. Vor der Haustür, bei meinen Wegen durch Wien usw.

    Daß die Autofahrer die durch sie entstehenden Kosten (vor allem im Umwelt- und Gesundheitsbereich) keineswegs durch ihre Steuern abgelten, sollte sich mittlerweile auch herumgesprochen haben. Jede/r Radfahrer/in spart dem Staat Geld.

    Die Entwicklung hin zu einer autoarmen (oder gar autofreien) Stadt ist nicht aufzuhalten. In Wien dauert es halt länger als anderswo.

    Beste Grüße,
    ein Anrainer

  5. Lieber Anrainer,

    das Rad steht dann aber genauso 23 Stunden herum oder?

    Wir möchte festhalten, dass das häufigste Fahrzeug das auf Gehsteigen
    Fußgänger behindert das Fahrrad ist. Entweder leht es vor Eingangtüren, oder hängt an Verkehrsschildern, liegt auf dem Gehsteig usw.

    Weiters kann man sich als Fußgänger nie sicher sein, ob nicht plötzlich ein RadfahrerIn mit entsprechendem Tempo auf den Gehwegen an einem vorbeifährt! (das haben wir bei Autos eigentlich noch nie erlebt…)

    Solange Radfahrer keine Verkehrserziehung und entsprechende Prüfung absolvieren müssen und ohne Nummernschild im öffentlichen Verkehr unterwegs sind, kann eine Verstärkung des Radverkehres nicht funktionieren und darf nicht unterstützt werden.

    Jeden der behauptet Radfahrer halten sich an Regeln und nehmen Rücksicht den können wir z.B. die Kreuzungen Zelt/Piaristengasse,
    Kellermann/Lerchenfelderstraße, Neubaugasse/Mariahilferstrasse,
    Piaristengasse/Josefstädterstrasse für Studien empfehlen…!

    Zebrastreifen sind für die meisten RadfahrerInnen reines Straßen-Design, Kinder die auf dem Schulweg sind werden ignoriert, während Autofahrer in der Regel korrekt stehen bleiben. Mehrmals konnten wir beobachten, dass Autofahrer anhielten um Passanten den Zebrastreifen queren zu lassen, und an dem Auto ein RadfahrerIn vorbeiraste. Nur knapp konnten hier Unfälle vermieden werden.

    Vor- und Nachrang, rote Ampeln als auch Einbahnregeln sind sowieso ohne Bedeutung. (ausgenommen natürlich jene Straßen die eine entsprechenden Befahrung gegen die Einbahn erlauben)

    Wir kennen Amsterdam und Kopenhagen – dort sind die Radfahrer vorbildlich -aber das herrscht eine völlig andere Einstellung die es in Wien niemals geben wird.

    Diese Aussagen “Autos nehmen mir bei meinem Wegen Platz weg…”
    finden wir erschreckend!

    Kein Autofahrer würde sagen, dass Fußgänger Schuld sind, dass deren Wege oft nicht, so wie laut Straßenverkehrsordnung vorgesehen, befahr- bzw. durchfahrbar sind.

    Es sind schon sehr einseitige Besitzansprüche die hier gestellt werden.

    Aber das ist ja auch die Aufgabe dieser Plattform… wird Zeit dass es eine neue gibt.

    Wir arbeiten daran!

  6. Agenda Stadt: “das Rad steht dann aber genauso 23 Stunden herum oder?”
    Und braucht natürlich auch so viel Platz wie ein Auto – oder?

    Agenda Stadt: “Wir möchte festhalten, dass das häufigste Fahrzeug das auf Gehsteigen Fußgänger behindert das Fahrrad ist. Entweder lehnt es vor Eingangtüren, oder hängt an Verkehrsschildern, liegt auf dem Gehsteig usw.”
    Ja, weil es kaum ordentliche Abstellmöglichkeiten für Räder gibt, denn den brauchen ja die parkenden Autos. 1 Parkpatz = 10 Fahrräder

    Agenda Stadt: “Weiters kann man sich als Fußgänger nie sicher sein, ob nicht plötzlich ein RadfahrerIn mit entsprechendem Tempo auf den Gehwegen an einem vorbeifährt! (das haben wir bei Autos eigentlich noch nie erlebt…)”
    Nein, sie pressen nur mit 40kmh durch die Wohnstraßen – in denen man auf der Fahrbahn gehen darf – obwohl dort Schrittgeschwindigkeit vorgeschrieben ist und eigentlich Durchfahrt verboten

    Agenda Stadt: “Jeden der behauptet Radfahrer halten sich an Regeln”
    Hat ja niemand! Sie halten sich genau so wenig an Regeln wie Autofahrer (siehe Wohnstraßen, rote Ampeln und so) und auch Fußgänger. Noch nie im Bereich der Josefstädterstr. bei Rot über die Ampel gegangen – dann gratuliere ich

    ein Autofahrer: “jeder Autobesitzer ist auch Fußgänger –
    und ich kenne keinen Autofahrer der sich z.B. über Gehsteigverbreiterungen
    aufregt damit mehr Platz für Fußgänger geschaffen wird.”
    Das freut mich, denn dann kann es ja kein Problem sein, wenn in der Lange Gasse zwischen Josefstädterstr. und Zeltgasse vor den Biedermeierhäusern der Gehsteig auf die vorgeschriebene Breite von 2m vergrößert wird, damit man nicht mehr wegen eines entgegenkommenden Kinderwagen auf die Straße ausweichen muss.

  7. Agenda Stadt: „das Rad steht dann aber genauso 23 Stunden herum oder?“
    Und braucht natürlich auch so viel Platz wie ein Auto – oder?

    >>> nein natürlich nicht, aber das bedeutet nicht dass es nicht genauso – im Verhältnis zum Platz den ein ordnungsgemäßer Gehsteig bietet gesehen – behindert. Wenn man als Fußgänger dann auf die Straße ausweichen muss ist das wohl nicht in Ordnung!

    Agenda Stadt: „Wir möchte festhalten, dass das häufigste Fahrzeug das auf Gehsteigen Fußgänger behindert das Fahrrad ist. Entweder lehnt es vor Eingangtüren, oder hängt an Verkehrsschildern, liegt auf dem Gehsteig usw.“
    Ja, weil es kaum ordentliche Abstellmöglichkeiten für Räder gibt, denn den brauchen ja die parkenden Autos. 1 Parkpatz = 10 Fahrräder

    >>> es gibt genug breite Stellen im Straßen- und Gehsteignetz wo sinnvolle Abstellplätze errichtet werden können. Wir sind nicht gegen den Ausbau von entsprechenden Plätzen, aber gegen eine Hetzjagd auf Autofahrer.

    Agenda Stadt: „Weiters kann man sich als Fußgänger nie sicher sein, ob nicht plötzlich ein RadfahrerIn mit entsprechendem Tempo auf den Gehwegen an einem vorbeifährt! (das haben wir bei Autos eigentlich noch nie erlebt…)“

    Nein, sie pressen nur mit 40kmh durch die Wohnstraßen – in denen man auf der Fahrbahn gehen darf – obwohl dort Schrittgeschwindigkeit vorgeschrieben ist und eigentlich Durchfahrt verboten

    >>> selbstverständlich gibt es diese Fälle, aber in letzter Zeit können wir feststellen, dass die Disziplin diesbezüglich steigt. Einzig die Firmenautos der in den letzten Monaten sehr aktiven Bau- und Installationsfirmen sind leider eine negative Ausnahme!

    Agenda Stadt: „Jeden der behauptet Radfahrer halten sich an Regeln“
    Hat ja niemand! Sie halten sich genau so wenig an Regeln wie Autofahrer (siehe Wohnstraßen, rote Ampeln und so) und auch Fußgänger. Noch nie im Bereich der Josefstädterstr. bei Rot über die Ampel gegangen – dann gratuliere ich

    >>> nur leider kann man Radfahrer nicht anzeigen weil die Identifizierung nicht möglich ist und NEIN – der Schreiber dieser Zeilen ist im genannten Bereich nicht bei Rot über die Straße gegangen, da er ein kleines Kind hat und diesem als auch anderen Kindern ein entsprechendes Vorbild sein möchte!

    ein Autofahrer: „jeder Autobesitzer ist auch Fußgänger –
    und ich kenne keinen Autofahrer der sich z.B. über Gehsteigverbreiterungen
    aufregt damit mehr Platz für Fußgänger geschaffen wird.“

    Das freut mich, denn dann kann es ja kein Problem sein, wenn in der Lange Gasse zwischen Josefstädterstr. und Zeltgasse vor den Biedermeierhäusern der Gehsteig auf die vorgeschriebene Breite von 2m vergrößert wird, damit man nicht mehr wegen eines entgegenkommenden Kinderwagen auf die Straße ausweichen muss.

    >>> ich kann nicht beurteilen was „ein Autofahrer“ dazu meint, aber wenn es der Sicherheit dient und nicht nur dem Komfort ist das wohl angebracht. Ehrlich gesagt glaube ich aber, dass dieses Problem erst bei einem Zwillingskinderwagen auftritt und hier übertrieben dargestellt wird!

  8. >Agenda Stadt: selbstverständlich gibt es Fälle mit 40kmh durch die Wohnstraßen, aber in letzter Zeit können wir feststellen, dass die Disziplin diesbezüglich steigt. Einzig die Firmenautos der in den letzten Monaten sehr aktiven Bau- und Installationsfirmen sind leider eine negative Ausnahme!
    >>>Also ich habe noch kein einziges Auto in der Josefsgasse mit Schrittgeschwindigkeit gesehen – Radfahrer auch nur bergauf. Dass aber mehr Autos verbotenerweise durch die Josefsgasse als durch die Trautsongasse durchfahren sagt auch Einiges über die Disziplin und die Ignoranz der Autofahrer: Wohnstraße, ist doch egal, wir sind wir! Warum Rücksicht nehmen. Leute die keine Autos wollen sollen aufs Land ziehen!

    >Agenda Stadt: aber wenn es der Sicherheit dient und nicht nur dem Komfort ist das wohl angebracht.
    >>>> dem Fußgänger den Anspruch auf Komfort abzusprechen ist aber schon ein starkes Stück. Gänsemarsch für Fußgänger! Alle Gesteige rückbauen! Platz für Autofahrer!

    Wir können da wohl noch ewig diskutieren, wir werden nie zusammenkommen!

  9. Also der Schreiber dieser Zeilen ist gerade durch die Lange Gasse in genanntem Bereich gegangen – der Gehsteig ist zwar nicht sehr breit, aber wenn ein normaler Kinderwagen entgegen kommt kann man – wenn man dazu bereit ist “seinen” öffentlichen Platz zu teilen und ein wenig von seiner Scheuklappensicht abzuweichen – ohne Probleme aneinander vorbeigehen – und sich dabei vielleicht auch noch freundlich ansehen! Und das ist genau das was vielen hier im Blog fehlt – die Scheuklappen abzulegen und zu verstehen, dass Autofahrer genau dasselbe Recht haben wie andere Mitbürger auch!

    Das Gegenargument, dass wir den Komfort absprechen und Gehsteige zurückbauen wollen ist doch wirklich unterste Schublade (erinnert mich langsam an Argumente der blauen Partei) , denn jeder vernünftige Mensch wird es auf die paar Meter beziehen um die es in geht – nämlich die Lange Gasse im erwähnten Bereich!

    Und ab und zu gibt es bautechnische Einschränkungen die weniger Komfort bedeuten – für Radfahrer, Fußgänger und Autofahrer…!

    Erik – du scheinst leider genau so jemand zu sein der nur seinen Standpunkt sieht.

    Wir haben festgehalten, dass Autofahrer keinen gesonderten Anspruch auf mehr Platz stellen.

    Wir haben festgehalten, dass Autofahrer für den Platz den sie benutzen ordentlich bezahlen.

    Wir haben festgehalten, dass wir für Sicherheit und wenn diese gefährdet ist natürlich für Änderungen sind.

    Wir haben ebenso festgehalten, dass Radfahrer erwünscht sind, wenn Sie nicht in der Anonymität verschwinden und somit im gesetzesfreien Raum agieren.

    Wenn du in der Josefsgasse kein Auto mit Schrittgeschwindigkeit gesehen hast, dann schaust du halt nicht immer – denn der Schreiber dieser Zeilen geht sehr oft durch diese Gasse und sieht oft genug korrekt fahrende KFZs.

    *********************************************************************************
    Du schreibst: Warum Rücksicht nehmen. Leute die keine Autos wollen sollen aufs Land ziehen!

    Wir fangen doch damit nicht an – ihr schreibt doch den Autofahrern vor dass sie ihre Autos aus der Stadt entfernen sollen und versucht ihnen das Leben schwer zu machen!

    Eigentlich sollte man ja als Klügerer nachgeben und jetzt die Diskussion beenden.

    Jedoch gilt für uns:

    Weil die Klügeren immer nachgeben sind die Dummen an der Macht!

    Und genau deshalb werde wir weiterhin für eine faire, gleichgestellte Behandlung von Fußgängern, Radfahrern und Autofahrern argumentieren.

  10. eine Langegasslerin

    Liebe Leute, wir diskutieren ja eigentlich nicht darüber, die ganze Stadt autofrei zu machen. Worum es doch gehen sollte, ist eine lebenswerte Stadt, die mehr Oasen zum Zusammenkommen ohne Blechmantel bietet, in der man lebt und arbeitet, und dies auch ohne ein jederzeit vor der Haustüre (bzw. in Gehweite) verfügbares Auto vergnüglich sein kann.
    Ich war sehr beeindruckt davon, wie durch den Josefstädter Sommer an den Samstagen plötzlich eine Lebensqualität in meiner Gasse entstand, die ich mir vorher nicht mal vorgestellt hatte, und dies eigentlich nur aufgrund der Abwesenheit von Autos.
    Ich kann sowieso nicht nachvollziehen, wie man sich den Stress, den das Autofahren in der Stadt normalerweise bedeutet, sowie die enormen Kosten, ganz zu schweigen von der Umweltbelastung, als Privatperson überhaupt antut. Aber gut, ich weiß natürlich, dass Menschen verschieden sind. Das einzige, das uns weiterbringen kann, ist eine Hinorientierung auf gemeinschaftliche Interessen, der Blick über den eigenen Tellerrand hinaus, und das bedeutet halt auch einen gewissen Verzicht auf Gewohnheiten oder Bequemlichkeiten des Einzelnen zugunsten des Gemeinwohls. Wir haben unsere Umwelt so auf das Auto hin ausgegestaltet, dass es völlig normal wirkt, seine persönlichen “Rechte als Autofahrer” zu verteidigen. Aber was ist mit der hohen Anzahl an Stadtbewohnern, die gar kein Auto haben?
    Ich persönlich sehe es nicht als Zeichen von Fortschritt, wenn jeder Stadtbewohner ein Recht darauf hat, ein Auto zu besitzen und in Folge daraus ein Recht auf einen Parkplatz vor seinem Haus abzuleiten. Auch wenn es jetzt so aussieht: ich bin keine Autogegnerin, aber ich denke, dass Autoverkehr in einer Stadt gewisse Grenzen haben sollte, und eine Stadt in erster Linie zum Leben da sein sollte: Autos sollten dem Transport von Gütern dienen, und nicht dem Transport von (meistens einzelnen) Menschen, dafür gibt es ja öffentliche Verkehrsmittel. Wie wir alle wissen, lassen sich sehr sehr viele soziale Probleme daraus ableiten, dass wir unsere Räume der Begegnung immer mehr virtualisieren, unsere Tatkraft in Konsum ausleben und immer mehr “vereinzeln”. Warum also nicht an ein paar kleinen öffentlichen Flecken Raum für Alternativen entstehen lassen? Damit sich auch mal eine nicht so kleine Gruppe von Freigeistern – sorry, Fußgängern – im öffentlichen Raum abgebildet sieht…?

  11. >>”der Gehsteig ist zwar nicht sehr breit, aber wenn ein normaler Kinderwagen entgegen kommt kann man ohne Probleme aneinander vorbei
    Aber wenn 2 Kinderwägen im Gegenverkehr aneinander vorbei wollen? Oder ein Rollstuhl oder gebehinderte Leute mit Rollator?

    >>”wenn man dazu bereit ist „seinen“ öffentlichen Platz zu teilen”
    genau das wollen wir ja, aber die Autos nehmen den größten Teil ein. Und wenn Du meinst 1m Gehsteigbreite ist für Fußgänger genug – so hast Du seltsame Anichten von “Teilen”

    >>”dass wir den Komfort absprechen und Gehsteige zurückbauen wollen ist doch wirklich unterste Schublade”
    War provokant, aber irgendwie eine logische Schlussfolgerung von: “Gehsteigverbreiterung: aber wenn es der Sicherheit dient und nicht nur dem Komfort”
    Heißt doch: Komfort für Fußgänger ist unwichtig.
    Und wenn es auch nur ein paar Meter sind, den Fußgängern steht auch Platz zu.
    Es sind nicht nur irgendwelche “Agenda-Spinner” die das fordern, es steht im Masterplan der Stadt Wien – lies ihn Dir einmal durch (http://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/shop/broschueren/pdf/mpv2003-kurzfassung.pdf):
    • Höchste Priorität besitzen die Mindeststandards für FußgängerInnen. Danach sind die Ansprüche des Öffentlichen Verkehrs zu berücksichtigen. An nächster Stelle stehen Komfortverbesserungen für FußgängerInnen über die Mindeststandards hinaus auch in jenen Straßen, die nicht zum Hauptnetz des Fußgängerverkehrs zählen.

    Die ÖNORM definiert eine Gehsteigbreite >150cm

    >>Wir haben festgehalten, dass Autofahrer keinen gesonderten Anspruch auf mehr Platz stellen.
    Hast Du, nicht wir! Das Gegenteil ist der Fall

    >>Wir haben festgehalten, dass Autofahrer für den Platz den sie benutzen ordentlich bezahlen.
    Das “ordentlch” sagst Du! Das ist schon oft widerlegt

    Josefsgasse: bis zu 50 Autos pro Stunde! Und das in einer Wohnstraße? In der Durchfahrtsverbot ist?

    Aber lassen wir die Diskssion, so führt sie zu nichts, schließen wir Weihnachfrieden und setzen wir uns am Anfang des nächsten Jahres zusammen auf ein Bier, dabei diskutiert sichs besser.
    Und schauen wir dann gemeinsam wie viele Autos in der Josefsgasse mit Schrittgeschwindigkeit oder sagen wir 10km/h unterwegs sind.

    Ich wünsch Dir schöne Feiertage
    Erik

  12. Erik,

    zum Glück haben wir keinen Krieg um Frieden schließen zu müssen.

    Wir können uns im neuen Jahr gerne zu einem Gespräch treffen.

    Schöne Feiertage!

  13. Liebe/r Agenda Stadt,

    ja, diesen Innenhof gibt es. Allerdings nur aus der Vogelperspektive. Vom Boden aus betrachtet ist dieser riesige Innenhof zwar sehr erfreulich. Aber erstens nicht zugänglich, weil privat. Und zweitens unterteilt in verschiedene kleinere, durch Zäune abgetrennte Parzellen. Ich habe versucht, über die Piaristengasse in den Innenhof zu gelange. Das wurde mir vom Eigentümer verwehrt. Über die Lange Gasse konnte ich – an einem autofreien Samstag im Sommer – einmal ein Teilstück des erwähnten Innenhofes besuchen: Wirklich sehr schön, aber normalerweise nicht zugänglich. Leider. Es gibt im Bezirk noch einige schöne Innenhöfe, die aber Privateigentum sind.

    Mit besten Grüßen,
    ein Anrainer

    PS: Es sind nicht nur ein “paar Anrainer”, wie sie es schreiben, es sind viele Anrainer, die auf die Straße wollen.

  14. Agenda Stadt

    Lieber Anrainer,

    danke für deinen Input!

    Wenn es viele Anrainer sind die auf die Straße wollen – gerade jene denen diese Innenhöfe gehören – sind nicht dabei!?

    (wobei es zu 90% immer die selben “Verweiler” waren die gesichtet wurden, und diese Kerngruppe ist sehr überschaubar)

    Warum stellen diese nicht den Platz im Hof zu Verfügung.

    Ist geben nicht besser als nehmen!?

    LG
    Agenda Stadt

  15. Agenda Stadt

    noch ein Zusatz: ein paar schöne Parks sind auch in der Nähe die genutzt werden könnten.

  16. Es ist schon etwas seltsam, dass Autos überall stehen, fahren und stauen dürfen während sich Kinder, Erholungssuchende und alle anderen Anrainer in Hinterhöfe, in Spielkäfige oder auf die Donauinsel “schleichen” sollen.

    Weg mit den Autos, die 4 Tage und länger ungenutzt auf der Straße stehen, dann bleibt genügend Platz für jene, die tatsächlich das Auto brauchen und es wären viele verkehrsberuhigte und Parkraum-befreite Straßen möglich.

  17. Also ich weiß ja nicht wo Joky wohnt, aber dort wo ich wohne dürfen Autos nur dort stehen wo es dafür vorgesehen ist.

    Dort wo ich wohne gibt es auch zahlreiche Parks, keine schäbigen sondern
    wunderschöne Hinterhöfe (deren Besitzer aber scheinbar nicht gerne mit den Anderen teilen wollen und lieber eine Hetzjagd gegen Autofahrer betreiben).

    Dort wo ich wohne zahlen Autofahrer einen hohen Preis um einen Anteil des öffentlichen Raumes nutzen zu können. Autofahrer nehmen sich nicht den Raum – dieser Teil des Raumes ist für Autofahrer vorgesehen! Das ist nichts Neues und es kann niemanden überrascht haben als er hierhier gezogen ist.

    Dort wo ich wohne würden Autofahrer nie auf die Idee kommen eine solche Hetzjagd gegen Fußgänger anzuzetteln.

    Nur weil ein Auto 4 Tage nicht benötigt wird hat man kein Recht eines zu besitzen? Na jetzt wird´s aber abenteuerlich!

    Aja… ich wohne im Achten!

  18. auch ein anrainer

    Manchmal hat man den Eindruck, dass jene Typen die hier so aktiv die Autos verbannen wollen zu dumm für den Führerschein oder zu arm zum Kauf eines KFZs sind….

  19. “dieser Teil des Raumes ist für Autofahrer vorgesehen”

    Dies erklärt wohl alles. Gott schuf die Welt, die Parkstreifen und die Fahrbahn..

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